Apple, North West & Audio Science. Die Last des depperten Vornamens

Apple, North West & Audio Science. Die Last des depperten Vornamens

Kinder von Schauspielern, Popstars, Supermodels, Sportlern, Fernsehköchen und sonstigen Wald-und-Wiesen-Prominenten haben es wahrlich nicht leicht. Zusätzlich zum G’frett mit den wechselnden Nannys, lästigen Fans, Fotografen, Stalkern und der Sorge, das innerfamiliäre Talent eventuell doch nicht geerbt zu haben, müssen sie auch noch die Kreativität ihrer Eltern ausbaden. Haha, lustige Vornamen. Ein Leben lang.

Ich stell mir das Szenario ungefähr so vor. Weiblicher Promi kommt aus dem Bad, Staberl vom Schwangerschaftstest in der Hand. Positiv. Männlicher Promi nimmt sich ein Bier, schlägt das nächstbeste Buch auf, das dekorativ am Promicouchtisch herumkugelt, tippt mit dem Finger auf eine beliebige Stelle. „Apollo.“ „Nicht dein Ernst.“ „Entschuldige?? Rakete, Universum, Gott?“ Weiblicher Promi denkt kurz nach und wirft ein knappes „Mingus. Ich liebe Charlie Mingus.“ ein. Heftige Diskussion. Hektische Telefonate mit der Familie. Die Kabbala wird befragt. Man einigt sich auf „Moses“ und „Apple“, für alle Eventualitäten. Und halst den noch nicht Geborenen die lebenslange Last auf, immer und überall ihren depperten Vornamen erklären zu müssen. „North West? Geil. Und deine Schwester heißt sicher South East.“ Prust, glucks, kicher. Hätte man alles vermeiden können, will man aber offenbar nicht. Unverwechselbar soll sie sein, die nächste Generation, total individuell, frei von gesellschaftlichen Zwängen und Erwartungen und alles, nur ja nicht im Schatten der berühmten Eltern stehen, weil: Schulabbruch, allgemeine Ziellosigkeit, Verwahrlosung, zu viele Katzen, Tattoos, Alkohol, Drogen, Tod, das Übliche halt. Und Petal Blossom Rainbow haut Jamie Oliver hoffentlich bei der nächsten Gelegenheit ein Glasl Biohonig um die Ohren.

Woher nehmen also berühmte Eltern die blöden Namen ihrer Kinder? Hier eine kleine Zusammenstellung fiktiver Inspirationsquellen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. (Danke an dieser Stelle für die Tipps der wie immer gut informierten Facebookfreunde.)

Nach Pflanzen, Tieren und Dingen zum Essen

Apple. Tochter von Gwyneth Paltrow und Chris Martin.
Bear Blaze. Sohn von Kate Winslet.
Blue Ivy. Tochter von Beyoncé und Jay Z.
Peaches Honeyblossom. Tochter von Paula Yates und Bob Geldof.
Poppy Honey Rosie, Daisy Boo Pamela, Petal Blossom Rainbow und Buddy Bear. Kinder von Jamie Oliver.
Sage Moonblood. Sohn von Sylvester Stallone.

Nach Helden aus der Kindheit und/oder der Bibel

Anton Jesus. Sohn von Toni Polster.
Hopper. Sohn von Robin Wright und Sean Penn.
Kaius Jagger. Sohn von Rachel Zoe und Rodger Berman.
Kal-El. Sohn von Nicolas Cage.
Lennon. Sohn von Patsy Kensit und Liam Gallagher.
Mingus Lucien. Sohn von Helena Christensen und Norman Reedus.
Moses. Sohn von Gwyneth Paltrow und Chris Martin.

Nach Wallfahrtsorten

Lourdes. Tochter von Madonna und Carlos Leon.

Nach Hobbys und Berufen

Audio Science. Sohn von Shannyn Sossamon.
Banjo. Sohn von Rachel Griffiths.
Pilot Inspektor. Sohn von Jason Lee.

Nach dem einst größten Konkurrenten

Prince Michael Jackson II. Sohn von Michael Jackson.

Nach Himmelsrichtungen, Raketen und Planeten

Apollo Bowie Flynn. Sohn von Gwen Stefani und Gavin Rossdale.
Mars Merkaba. Tochter von Erykah Badu.
Moon Unit. Tochter von Frank Zappa.
North West. Tochter von Kim Kardashian und Kanye West.
Rocket Man. Sohn von Pharrell Williams.

Nach New Yorker Stadtteilen

Bronx Mowgli. Sohn von Ashlee Simpson und Pete Wentz.
Brooklyn. Sohn von Victoria und David Beckham.
Chelsea. Tochter von Hillary und Bill Clinton.

Familienclans außer Konkurrenz

Rocket, Racer, Rebel, Rogue und Rhiannon: die Kinder von Robert Rodriguez.
Leaf (später: Joaquín), Libertad Mariposa, Rain (kurzzeitig auch Rainbow), River und Summer: die Phoenixes.

Foto: Silk Path Diary